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die Drehscheibenbühne

Tja, die Bühne. Eigentlich ganz einfach – ebene Flächen, meist senkrechte Anschlüsse, eher Gebäude- denn Fahrzeugbau. Wenn da nicht die Antriebe der Signale und die der Riegel wären, und die Laufräder sind ja auch noch da …

Nach einer längeren Grübelphase habe ich mich schließlich für einen Bühnen-Grundkörper („das Rückgrat“) entschieden, der die wesentlichen Funktionen (Drehen und Befahren der Brücke) von Anfang an bereitstellt, und der mit Detaillierungsteilen seitlich und oben ergänzt wird.


Das Konzept entspricht weitgehend meiner anfänglichen Planung aus dem Jahre 2007:

 
 

Es gibt nun aber einen kleinen, ganz wesentlichen Unterschied:

Konstruktion aus Platinenmaterial, einseitig Cu-beschichtet.

Etwas trickreiche Teilung in zwei Hälften, um jederzeit an das Innere der Bühne (Signal- und Riegelantriebe) heran zu kommen:

Jede Seite sollte jeweils einen Antrieb (Memory-Draht) für einen Riegel und ein Signal bekommen.

der aktuelle Plan

Nach alter Väter Sitte zur Abwechslung mal von Hand gezeichnet, aber das ist es nicht:

Die Bühne ist nicht mehr zwei-, sondern dreigeteilt:

Der Bühnenkörper ist jetzt aus Holz (Buche), wird aber wieder mit Platinenmaterial beplankt.

Bei der Auswahl der Messingprofile habe ich mich zunächst mal an den verfügbaren Querschnitten des Conrad-Sortiments orientiert – das muss nicht so bleiben.

 

 

Nach den vielen Querschnitten: Aufsicht und Längsschnitt (Ansicht):

Die seitlichen Beplankungen sind abnehmbar, das Bühnengleis bleibt mit dem Bühnen-Grundkörper (Rückgrat) fest verbunden, wenn an der seitlichen Detaillierung und an den Laufstegen, den Signalen oder dem Wärterhaus gearbeitet wird.

Die beiden Riegelantriebe werden im Grundkörper liegen, die Signalantriebe an den seitlichen Tragblechen – es gibt jetzt also insgesamt vier Memory-Antriebe, für jedes Teil, das sich bewegt, einen – viel weniger Umlenkungen, die Riegelantriebe können sogar direkt wirken.

das Rückgrat
der Bühne

Die Schlitze werden die Riegelantriebe (nur ein dünner Draht) und an jedem Ende ein(!) nicht sichtbares Kugellager als funktionelles Laufrad aufnehmen (die sichtbaren Laufräder rollen dann außen lose als Attrappe mit) – die lange Wellenführung im Mittelstück des Rückgrats verhindert das seitliche Kippen der Bühne.

Damit ist allerdings auch die Schwenkebene der Bühne festgelegt und starr, mal sehen, was die nicht vermeidbaren Bautoleranzen so ergeben, vielleicht müssen die Laufräder minimal gefedert werden …

2 Buchenleisten
10/20 mm

und ein Mittelstück
10/30/30 mm

(Baumarkt, unbedingt auf Verwindungsfreiheit prüfen)

 

Gebaut und am Bestimmungsort zur Probe auf das Wellenrohr gesteckt. Die Enden – noch mit Überlänge – liegen in allen Stellungen satt auf dem aktuellen oberen Rand der Grubeneinfassung auf.

Es zeigt sich, dass das Wellenrohr selbst eine gewisse Federung aufweist – das hatte man ja schon gesehen, als der erste Laufschienenabschnitt beim Nageln der Schiene ärgerlicherweise ein wenig nach außen wanderte. Ob das auch noch so ist, wenn die eigentliche, massive Welle im Wellenrohr steckt, wird sich zeigen …

 
 

Leider ist trotz der besinnlichen Herangehensweise (wie in der rechten Spalte beschrieben) der Forstner-Bohrer auf der Längsachse etwas aus der Mitte geraten (mein Bohrständer hat ein ganz leichtes Seitenspiel). Handwerklich unschön, aber ohne funktionelle Bedeutung, da die Rückgrat-Enden erst jetzt auf das richtige Maß gekürzt werden.

Doppelt genäht hält besser oder Gürtel und Hosenträger: ich habe mich nicht nur auf die Leimfuge verlassen, sondern trotz arg beschränktem Platz noch zwei Querdübel untergebracht.

Man sieht, dass Hartholz und Bohrungen mit 20 mm Durchmesser nicht die besten Freunde sind: die Mantelfläche der Topfbohrung ist etwas angesengt und es qualmte auch ziemlich beim Bohren …

An dieser zentralen und wichtigen Stelle habe ich mir Zeit gelassen: erster Abend nur Leisten verleimen in zwei Abschnitten – zweiter Abend die Querdübel setzen – dritter Abend die Bohrungen, also viel Zeit zum Trocknen und Aushärten des Leims.

 

Entscheidend wichtiger ist die genau zentrische Lage der Wellenbohrung quer zur Längsachse der Bühne, und das hat geklappt. Auch die Umschlagprobe*) ergibt nur eine gaanz kleine, minimale Abweichung, die bei der Montage des Bühnengleises ausgeglichen werden kann.

*) Bühne am Zahnstangenende oder am Ende des schon montierten Gleisabschnittes anschlagen und am anderen Ende der Bühne die Lage anzeichnen. Nach Umschlagen der Bühne um 180° sollten die Markierungen exakt wieder getroffen werden – sie werden, jedenfalls fast. Die Abweichung beträgt nur wenige Zehntelmillimeter, bei der Länge der Bühne ist das ein sehr schönes Ergebnis.

Gesamtbreite
30 mm

Topfbohrung
Ø 20 mm

Topfbohrung Tiefe
12 mm

Wellenrohr Messing
Ø 6/0,5 mm

Pappmodell

Ich hatte mir für Drehversuche mit dem Antrieb und zur Überprüfung der Proportionen und Abmessungen schon früh ein Pappmodell der Bühne angefertigt. Seiner inneren Versteifungen beraubt, habe ich es hier mal probeweise über das Bühnenrückgrat gestülpt und mit einer rudimentären T3 dekoriert.

Die Höhe der Bühne mit starrem Träger ist bei der 20m-Scheibe mit ca. 2 m schon gewaltig, und man versteht, warum die Konstrukteure nach Alternativen suchten – die sie mit dem geteilten und wesentlich niedrigerem Brückenträger dann ja auch fanden.

Die diagonalen Streben sind Unsinn, die hat es nie gegeben. Sie stammen aus einer frühen Annäherungsphase an die Bauweise der Drehscheiben …

 

wird fortgesetzt – jetzt muss erstmal die Laufkranzschiene komplettiert werden, damit die Laufrollen eingebaut werden können


 

  Ende  
     
24.07.2010
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Start: Juli 2010