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der Antrieb

Hier gibt es ein Universum von Möglichkeiten. Die Luxusvariante: Schrittmotoren mit Gleisvorwahl.

Ich habe einen einfachen Motor mit Vorlegegetriebe verwendet, den ich mal auf einer Messe vom Grabbeltisch gezogen habe. Die Zielgleise werden von Hand angesteuert. Wie im wirklichen Leben.


Es war auf den „Hamburger Modellbautagen“ – beim Verlassen der Messehallen entdeckte ich noch einen Tisch, auf dem ein Karton mit Dutzenden dieser Motoren mit schon angeflanschtem Getriebe stand. Restposten aus Überproduktion vermutlich.

Ist schon ziemlich lange her, ich habe noch in Deutschmark bezahlt (etwa DM 20,— nach meiner Erinnerung), ein echter Glückstreffer, wie sich später herausstellen sollte.

 

Motor und Getriebe

Der Antrieb im „Auslieferungszustand“.

Das Getriebe wirkt auf eine Welle, die an den Enden mit zwei großen Kettenrädern (?) bestückt ist.

 

Ohne das obere Kettenrad ist er eigentlich schon einbaufertig …

Das untere Kettenrad habe ich dran gelassen – ich werde es zum Schalten der Fahrstrom-Umpolung des Bühnengleises benutzen.

 

… als sei er für den von mir vorgesehenen Zweck konstruiert worden.

Es gibt drei Bohrungen zur Befestigung des Getiebekastens.

Die Anordnung der Lagerschalen lässt vermuten, was in ihm vorgeht.

 

Nachgesehen habe ich natürlich trotzdem.

 

Jedenfalls hatte der Konstrukteur des Getriebes nicht mit Platzmangel zu kämpfen. Eine schräg gezahnte Schnecke treibt ein achtstufiges Stirnrad-Getriebe an – die achte Achse ist die Antriebswelle.

Wenn ich die Beschriftung
RATIO:- 851.5:1
richtig deute, beträgt die Untersetzung 4255:1

 

Und noch ein Blick auf den Motor:

 
 

escap®
23D 21 210E 82

 

escap – also ein Glockenankermotor. Weitere Angaben gibt es nicht, zum Beispiel die Betriebsspannung zu kennen wäre ja nicht ganz uninteressant. escap scheint keinen Internetauftritt zu besitzen, jedenfalls habe ich trotz stundenlanger Suche keinen gefunden, und so gibt es auch kein Datenblatt. Mal sehen …

AT
swiss made
11.97

Alternativen

Was hätte ich gemacht, wenn ich nicht zufällig in den Besitz der escap-Motor-Getriebe-Kombination gekommen wäre? Da war ich schon ziemlich weit:

 
 

„Spenderscheibe“ Die Idee, eine vorhandene und nicht mehr gebrauchte Drehscheibe einer anderen Spurweite zum Antrieb einer Null-Scheibe umzufunktionieren ist nicht von mir. Peter Urban hat in der Spur0-Lokomotive – der Zeitschrift der ARGE – mehrfach und ausführlich darüber berichtet. Benutzt hat er eine N-Scheibe (Arnold).

Peter Urban, Drehscheibenbau im Albtal, Spur0-Lokomotive 1996-03 S.13

Über die Bühne der „Spenderscheibe“ wird ein Schlitten gestülpt und mit einer Antriebswelle (wenn die Ausgangsscheibe unter der Grube sitzt wie bei mir) oder Mitnehmerstiften (Ausgangsscheibe in der Grube, P. Urban) versehen – fertig.

Damit übernimmt man natürlich die werkseitig vorgegebenen Modalitäten der Ausgangsscheibe. Bei der Fleischmann-H0-Scheibe wäre das (ohne Umbau) die Festlegung auf die starre 7,5°-Teilung gewesen und der Vorteil des automatischen Einlaufs auf das Zielgleis bei Wegnahme des „Saftes“. Von der in Kauf genommenen Handsteuerung mit der Möglichkeit variabler Geschwindigkeiten verspreche ich mir allerdings mehr Spielspaß, ähem – größere Vorbildnähe.

Was gibt es sonst noch?

Kommerzielle Angebote Gibt es meines Wissens zwei. Eins habe ich schon mal gefunden:

MüT / DIGIRAIL Drehscheibenantrieb

Ein völlig anderer Ansatz: Strahlengleisansteuerung über Schrittmotor, Einbindung in ein komplexes digitales Umfeld – entsprechend hochpreisig.

Selbstbau Ich würde es mit einer gaanz großen Zahnradscheibe und einem Getriebemotor mit Schnecke versuchen. Ist aber wirklich nicht das Gebiet, von dem ich etwas verstehe. Deswegen hänge ich mich hier auch nicht weiter aus dem Fenster.

Meine zum Antrieb der 0-Scheibe zurückgebaute Fleischmann-H0-Drehscheibe. Mit dem Durchmesser des Einbaurings hätte sie bündig unter meine Grube gepasst.

Mit ca. 30 mm Bauhöhe (die Motornachbildung im ehemaligen Maschinenhaus müsste noch gekappt werden), ist das Teil auch noch angenehm flach.

Und nun? Vielleicht findet sie nochmal Verwendung in einem Fiddle-Yard.

Und wenn das mit dem escap-Teil nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle, wird sie vielleicht reaktiviert.

die Antriebswelle

Nach diesem Ausflug geht es weiter …


 

 

Der Wellenstummel des Getriebekastens hat einen Durchmesser von 5 mm. Für den Durchbruch nach „oben“ sorgt ein passendes Messingrohr, das am unteren Ende verstärkt wird, um genug Volumen für die Gewindegänge der Feststellschrauben zu gewinnen.

von innen nach außen:

Rohr Ø 6/5 mm
Rohr Ø 8/6 mm

M 2,5 für Feststellschrauben

 

Steckprobe mit aufgezogenen Flanschkugellagern für die Führung im Mantelrohr der Grube.

Das Wellenrohr wird noch gekürzt und ein massiver 5mm-Rundstab eingelötet.

Kupplung Antrieb / Bühne. Die Feder drückt die Bühne auf den Laufkranz und wirkt auch als Rutschkupplung (das Getriebe ist wegen der Schnecke ja selbsthemmend).

Montage des Antriebs

Im zentralen Bereich hat die Grubenplatte nur eine sehr geringe Dicke – 8 mm plus eventuell ein oder zwei Ringe à 4 mm. Mit zwei Traversen verlagere ich die Befestigungspunkte weit in den massiven Grubenboden im Randbereich.

Alu 20/6 mm
Schrauben M4
Abstandröllchen

 

Ansicht von unten. Die oberen Abstandröllchen werden die Platine mit den elektrischen Komponenten tragen.

 

 
 

wird fortgesetzt


 

  Ende  
     
18.07.2010
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Start: Juli 2010